- KLASSENSTUFE
- Klasse 9 & 10
Oberstufe
- ARBEITSBEREICH
- Grafik
Mischtechnik
- SCHWIERIGKEIT
- ⬣ ⬣ ⎔
- ZEITAUFWAND
- ⬣ ⬣ ⎔
Benötigte Materialien
Arbeitsauftrag
Selbstporträts können mehr zeigen als äußere Merkmale. Sie können Stimmungen, Erfahrungen und innere Zustände sichtbar machen.
Entwickle auf Grundlage eines Selfies ein Selbstbild, das dein Erscheinungsbild in vereinfachte, geschlossene Flächen überführt. Zeichne dafür Konturen und Schattenbereiche als reduzierte Linienzeichnung mit klar abgegrenzten Flächen nach.
Übertrage deine Zeichnung auf Karton, schneide alle Linien mit einem Cutter ein und beklebe die einzelnen Flächen mit Stoffen. Die überstehenden Stoffränder werden anschließend mithilfe eines spitzen Werkzeugs in die eingeschnittenen Begrenzungslinien gedrückt und dort fixiert. Nutze Stoffe mit unterschiedlichen Farben und Strukturen gezielt, um dein Selbst nicht abbildhaft, sondern gestaltend zum Ausdruck zu bringen.
Auf einen Blick
Wie lässt sich das eigene Selbstbild jenseits von Ähnlichkeit und Wiedererkennbarkeit darstellen?
Die Unterrichtseinheit führt Schüler*innen der Sekundarstufe I oder II an das Selbstporträt als bildnerische Konstruktion von Innerlichkeit heran. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit dem Selbst als verdichteter Ausdruck von Stimmung, Erfahrung und Wahrnehmung.
Ausgehend von einer fotografischen Vorlage entwickeln die Schüler*innen reduzierte Selbstbilder, indem sie diese in Flächenstrukturen überführen. Durch gezielte Vereinfachung und formale Setzung entstehen Kompositionen, in denen äußere Erscheinung und innerer Ausdruck ineinandergreifen.
Die Umsetzung erfolgt in Anlehnung an die japanische Technik des Kinusaiga. Eingeschnittene Linien strukturieren dabei die Bildfläche und dienen als begrenzendes System für textile Materialien. Stoffe werden so in die Bildstruktur integriert und erweitern diese um haptische und assoziative Qualitäten. Eigene oder ausgewählte Stoffe können als Träger von Erinnerung und Erfahrung in das Bild einfließen.
Im Zentrum steht die Entwicklung einer eigenständigen Bildsprache, in der sich Reduktion, Material und Ausdruck zu einem vielschichtigen Selbstbild verdichten.
Step by Step
Ernst Ludwig Kirchner: Kopf des Malers (Selbstbildnis), 1925, gemeinfrei
Zu Beginn der Unterrichtseinheit setzen sich die Schüler*innen mit dem Selbstporträt als einer besonderen Bildgattung der Kunstgeschichte auseinander. Seit Jahrhunderten nutzen Künstlerinnen und Künstler diese Darstellungsform, um Identität, soziale Rolle, Selbstverständnis und persönliche Erfahrungen sichtbar zu machen. Während viele Selbstporträts früherer Epochen auf Wiedererkennbarkeit, Status oder technische Virtuosität abzielen, verschiebt sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend der Fokus: Das Bild wird zum Ausdrucksträger subjektiver Wahrnehmung und innerer Wirklichkeit.
Im Zentrum der Betrachtung steht die Gegenüberstellung zweier Werke von Marianne von Werefkin. Das frühe Gemälde Porträt Vera Repin (1881) zeigt eine präzise naturalistische Malweise, die die hohe maltechnische Könnerschaft der Künstlerin deutlich erkennen lässt. Dem gegenüber steht das später entstandene Selbstbildnis I (1910), das sich durch vereinfachte Formen, deutlich abgegrenzte Farbflächen und eine expressive Bildwirkung auszeichnet.
An dieser Gegenüberstellung wird sichtbar, dass die Künstlerinnen und Künstler der Moderne nicht deshalb auf naturalistische Darstellung verzichten, weil ihnen die technischen Fähigkeiten fehlen. Vielmehr entscheiden sie sich bewusst für eine andere Bildsprache. Farbe, Form und Komposition dienen nun nicht mehr vorrangig der möglichst genauen Wiedergabe des Sichtbaren, sondern der Darstellung von Stimmung, Haltung, Empfindung und subjektiver Wahrnehmung.
Die Schülerinnen und Schüler betrachten beide Werke gemeinsam im Unterrichtsgespräch und untersuchen die unterschiedlichen Bildwirkungen. Ausgehend von gezielten Impulsen erschließen sie, welche gestalterischen Mittel Marianne von Werefkin in den jeweiligen Werken einsetzt und welche Bildabsichten damit verbunden sein könnten. Im Fokus stehen dabei die Vereinfachung von Formen, die Reduktion auf Flächen, die Wirkung von Farbe sowie die Frage, welche Möglichkeiten das Selbstporträt eröffnet, wenn nicht die äußerliche Ähnlichkeit, sondern der persönliche Ausdruck im Mittelpunkt steht.
Ergänzend können weitere Selbstporträts von Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter oder Ernst Ludwig Kirchner herangezogen werden, um die gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen und unterschiedliche expressionistische Bildlösungen miteinander zu vergleichen.
Im gemeinsamen Austausch wird deutlich, dass künstlerische Entscheidungen stets mit einer bestimmten Bildabsicht verbunden sind. Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Reduktion nicht Vereinfachung um ihrer selbst willen bedeutet, sondern ein bewusstes Mittel sein kann, um Wesentliches hervorzuheben und eine eigene Sicht auf die Welt sichtbar werden zu lassen.
Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die anschließende praktische Arbeit. Sie dienen als Orientierung für die Entwicklung eines eigenen Selbstporträts, das nicht auf äußerliche Ähnlichkeit zielt, sondern auf die bildnerische Gestaltung von Ausdruck, Wahrnehmung und Persönlichkeit.
Marianne von Werefkin: Bildnis von Vera Repin, 1881, gemeinfrei
Marianne von Werefkin: Selbstbildnis I, 1910, gemeinfrei
Im nächsten Schritt entwickeln die Schüler*innen ihr eigenes Selbstporträt. Dazu fotografieren sie sich gegenseitig oder erstellen ein Selfie, das als Ausgangspunkt für die weitere Gestaltung dient. Im Fokus steht dabei das Gesicht als Träger von Mimik, Ausdruck und persönlicher Präsenz. Auf die Darstellung des Körpers wird bewusst verzichtet, um die Konzentration auf das Porträt zu lenken.
Ausgehend von der fotografischen Vorlage erfolgt nun eine gestalterische Transformation. Die Schüler*innen übertragen nicht jedes Detail des Fotos, sondern reduzieren Gesichtszüge, Konturen und Schattenbereiche auf ein überschaubares System klar abgegrenzter Flächen. Die Fotografie dient dabei nicht als Vorlage für eine möglichst genaue Nachzeichnung, sondern als Ausgangspunkt für eine bewusste Auswahl und Vereinfachung.
Besonders hilfreich ist hierbei die Arbeit mit einer Zeichen-App auf dem iPad. Auf einer separaten Ebene können die Schüler*innen Linien direkt über das Foto legen und schrittweise erproben, welche Formen für den Ausdruck wesentlich sind und welche Informationen entfallen können. Alternativ kann die Reduktion auch zeichnerisch auf Papier erfolgen.
Im Unterschied zu einer klassischen Porträtzeichnung entstehen dabei keine Schraffuren, Verläufe oder isolierten Binnenlinien. Jede Linie übernimmt eine begrenzende Funktion und umschließt eine Fläche. Auf diese Weise entwickelt sich nach und nach ein zusammenhängendes Flächengefüge, das die Grundlage für die spätere textile Gestaltung bildet. Die Schüler*innen lernen dabei, Formen nicht mehr über Details, sondern über Beziehungen von Flächen zueinander zu organisieren.
Kunstpädagogisch markiert dieser Schritt den Übergang von der Wahrnehmung zur Gestaltung. Die Schüler*innen treffen Entscheidungen darüber, welche Merkmale für die Wirkung ihres Porträts bedeutsam sind und wie sich Persönlichkeit, Stimmung oder Ausdruck durch Vereinfachung sichtbar machen lassen. Die entstehenden Zeichnungen bewegen sich damit bewusst zwischen Wiedererkennbarkeit und Abstraktion.
Nach einer gemeinsamen Besprechung werden die Entwürfe gegebenenfalls überarbeitet und für die weitere Umsetzung vorbereitet. Die fertige Flächenzeichnung dient anschließend als Vorlage für die Übertragung auf den Kartonbildträger.
Nach der zeichnerischen Planung wird die Flächenzeichnung auf einen stabilen Karton übertragen. Für die weitere Bearbeitung eignet sich insbesondere Karton mit Wellpappkern, da die eingeschnittenen Linien ausreichend Stabilität bieten und sich die Stoffe später zuverlässig in den entstandenen Spalten fixieren lassen. Beim Arbeiten mit dem Cutter sind eine geeignete Schneideunterlage sowie eine sorgfältige Handhabung der Werkzeuge unerlässlich.
Anschließend werden sämtliche Umriss- und Binnenlinien der Zeichnung eingeschnitten. Dabei zeigt sich nochmals eine zentrale gestalterische Voraussetzung der vorherigen Planungsphase: Jede Linie muss eine Fläche begrenzen. Einzelne, frei im Bildraum stehende Linien können später keinen Stoff aufnehmen und verlieren innerhalb der Kinusaiga-Technik ihre Funktion. Die Zeichnung wird somit nicht nur als Bild, sondern zugleich als konstruktiver Plan für die weitere Umsetzung verstanden.
Im nächsten Schritt erfolgt die Auswahl der Stoffe. Neben bereitgestellten Stoffresten bietet es sich an, die Schüler*innen eigene textile Materialien mitbringen zu lassen – beispielsweise Stoffe aus nicht mehr getragener Kleidung, aus der Familie oder aus anderen persönlichen Zusammenhängen. Aus kunstpädagogischer Perspektive eröffnet sich dadurch eine zusätzliche Bedeutungsebene: Stoffe werden nicht allein aufgrund ihrer Farbe oder Struktur ausgewählt, sondern können Erinnerungen, Erfahrungen und biografische Bezüge in die Gestaltung einbringen. Das Bild entsteht somit nicht nur aus Formen und Farben, sondern auch aus Materialien, die eine persönliche Geschichte in sich tragen.
Diese Verbindung von Material und Biografie findet sich auch in zahlreichen künstlerischen Positionen der Gegenwart. Künstlerinnen wie Faith Ringgold oder Tracey Emin nutzen textile Materialien, um persönliche Erfahrungen, Erinnerungen und Fragen von Identität sichtbar zu machen. Stoff wird dabei nicht als dekorative Oberfläche verstanden, sondern als bedeutungstragendes Material, das individuelle Lebensgeschichten mit dem Bild verbindet.
Vor der Umsetzung treffen die Schüler*innen bewusste gestalterische Entscheidungen: Welche Stoffe unterstützen die Bildwirkung? Welche Farbklänge entstehen durch ähnliche Farbtöne, welche Spannungen durch Kontraste? Wie verändern unterschiedliche Oberflächen, Muster oder Gewebestrukturen die Wahrnehmung des Porträts? Die Stoffauswahl wird damit Teil des künstlerischen Gestaltungsprozesses und trägt wesentlich zum Ausdruck des späteren Bildes bei.
Bei der Vorbereitung der Stoffstücke ist darauf zu achten, dass diese etwas größer als die zu bedeckende Fläche zugeschnitten werden. Der Stoff sollte die Begrenzungslinien leicht überragen, damit die Ränder später in die eingeschnittenen Linien eingeführt werden können. Gleichzeitig darf der Überstand nicht zu großzügig ausfallen: Die Schnittkante kann nur eine begrenzte Menge an Material aufnehmen. In vielen Fällen ist es daher sinnvoll, nach dem Aufkleben des Stoffes überstehendes Material nochmals vorsichtig zurückzuschneiden, bevor die Ränder endgültig in die Linien eingearbeitet werden.
Für die Umsetzung der Kinusaiga-Technik wird die jeweilige Fläche zunächst dünn mit einem Klebestift eingestrichen. Anschließend wird ein passend zugeschnittenes Stoffstück aufgelegt und leicht angedrückt. Die Stoffränder bleiben dabei bewusst über die Begrenzungslinien hinausstehen. Mithilfe eines Zahnstochers, Nähtrenners oder eines vergleichbaren Werkzeugs werden die überstehenden Stoffkanten anschließend vorsichtig in die eingeschnittenen Linien gedrückt. Auf diese Weise spannt sich der Stoff über die Fläche und wird zugleich entlang der Schnittkanten fixiert.
Für viele Schüler*innen ist es hilfreich, die eingeschnittene Linie zunächst mit der Spitze des Werkzeugs zu ertasten. Sobald die Schnittkante gefunden ist, kann der Zahnstocher entlang der Linie geführt werden. Dabei hat es sich bewährt, nicht mit Druck zu „stopfen“, sondern den Stoff mit einer gleitenden Bewegung in die Schnittkante zu schieben. Der Zahnstocher wird hierzu nicht senkrecht gehalten, sondern in einem flachen Winkel geführt. Dadurch gleitet das Werkzeug entlang der Linie und schiebt den Stoff kontrolliert in den Spalt, ohne das Material unnötig zu stauchen.
Gerade zu Beginn erfordert dieser Arbeitsschritt etwas Geduld und Feinmotorik. Mit zunehmender Übung entwickeln die Schüler*innen jedoch schnell Sicherheit im Umgang mit der Technik. Nach und nach entsteht ein reliefartiges Bildgefüge, in dem sich Form, Farbe und Material zu einer vielschichtigen Oberfläche verbinden. Die zuvor entworfene Flächenstruktur wird nun sichtbar und erfahrbar – nicht mehr als Zeichnung, sondern als haptisch wahrnehmbares Bildobjekt.
Gezeichnete Linien mit einem Cutter einschneiden
Fläche dünn mit Klebestift bestreichen
Fläche mit Stoff bekleben und zu großen Stoffüberstand zurückschneiden
Stoffränder mit dem Zahnstocher in die Schnittkante führen
Kinusaiga – Textile Bildgestaltung aus Japan
Kinusaiga (jap. 絹彩画) ist eine aus Japan stammende Bildgestaltungstechnik, deren Name sinngemäß mit „Seidenbild“ oder „Bild aus Seide“ übersetzt werden kann. Ihre Ursprünge reichen in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück und werden häufig mit der japanischen Kulturpädagogin Maeno Takashi in Verbindung gebracht. Ausgangspunkt der Technik war die Idee, hochwertige Stoffreste – insbesondere kostbare Kimono-Seiden – gestalterisch weiterzuverwenden, anstatt sie wegzuwerfen.
Traditionell werden bei Kinusaiga keine Farben aufgetragen. Stattdessen entsteht das Bild aus unterschiedlich farbigen und gemusterten Stoffen. Die einzelnen Motivbereiche werden zunächst auf eine feste Trägerplatte übertragen. Anschließend werden die Konturen mit einem Messer oder einem speziellen Werkzeug eingeritzt. Die Stoffstücke werden etwas größer als die jeweiligen Flächen zugeschnitten und anschließend in die eingeschnittenen Linien gedrückt. Auf diese Weise entstehen Bilder, die an Patchwork erinnern, jedoch ohne Nähte auskommen.
Ursprünglich wurde häufig mit Holzplatten gearbeitet. Heute kommen ebenso Styroporplatten, Schaumstoffplatten oder Karton zum Einsatz. Charakteristisch für die Technik ist die Verbindung von Linie, Fläche und Material: Die eingeritzten Konturen strukturieren das Bild, während Stoffe Farbe, Muster und Oberflächenwirkung übernehmen. Durch die leicht gespannte Oberfläche entsteht zugleich eine subtile Reliefwirkung.
Traditionelle Kinusaiga-Arbeiten zeigen häufig Landschaften, Blumenmotive, Tiere oder Szenen des japanischen Alltags. Viele Arbeiten zeichnen sich durch eine klare Flächenaufteilung und eine dekorative Wirkung aus. In den letzten Jahrzehnten wurde die Technik jedoch zunehmend weiterentwickelt und findet heute auch Anwendung in zeitgenössischen Kunst- und Gestaltungsprozessen.
Aus kunstpädagogischer Perspektive bietet Kinusaiga besondere Potenziale: Die Technik verbindet zeichnerische Planung, räumliches Denken, Materialerfahrung und handwerkliche Präzision. Gleichzeitig eröffnet sie die Möglichkeit, Stoffe nicht nur als gestalterisches Material, sondern auch als Träger von Erinnerungen, Erfahrungen und persönlichen Bedeutungen einzusetzen. Dadurch entstehen Arbeiten, in denen sich Bildsprache, Materialität und Biografie auf besondere Weise miteinander verbinden.
Nach der Fertigstellung der Kinusaiga-Arbeiten folgt die Präsentation der Ergebnisse. Bevor die Arbeiten montiert werden können, werden die überstehenden Stoffränder an den Außenkanten des Bildes sorgfältig nach hinten umgeschlagen und auf der Rückseite des Kartons fixiert. Hierfür werden die Stoffe zunächst mit einem Klebestift befestigt und zusätzlich mit Klebeband gesichert. Auf diese Weise entsteht ein sauberer Bildabschluss, der den Blick auf die gestaltete Vorderseite lenkt und die textile Oberfläche ruhig wirken lässt.
Anschließend erhalten die Arbeiten eine einfache Rahmung. Dazu wird entlang der Außenkanten des Kartons Klebeband straff aufgeklebt, über die Kante geführt und auf der Rückseite umgeschlagen. Die Kanten werden dadurch sauber eingefasst und optisch beruhigt. Gleichzeitig entsteht ein klarer Abschluss, der die Bildfläche deutlich vom Umraum abgrenzt.
Für die Präsentation im Schulhaus werden die fertigen Arbeiten mit kleinen Abstandshaltern auf grauem Tonpapier montiert. Durch den Abstand zwischen Bild und Hintergrund entsteht eine dezente Schattenwirkung, die die reliefartige Oberfläche der Stoffarbeiten zusätzlich hervorhebt und den Bildern mehr Präsenz verleiht.
Die einheitliche Präsentation auf grauem Hintergrund schafft zugleich einen ruhigen Rahmen für die Ausstellung. Unterschiede in Farbigkeit, Stoffwahl und Bildsprache treten deutlicher hervor, ohne durch unterschiedliche Wandfarben oder Untergründe überlagert zu werden. Gerade in der gemeinsamen Präsentation entsteht so ein geschlossenes Gesamtbild, das die Individualität der einzelnen Arbeiten sichtbar macht und zugleich ihre Zugehörigkeit zum gemeinsamen Unterrichtsvorhaben erkennen lässt.
Zum Abschluss bietet sich eine gemeinsame Werkbetrachtung an. Die Schüler*innen erhalten Gelegenheit, ihre Arbeiten zu präsentieren und über gestalterische Entscheidungen zu sprechen: Welche Stoffe wurden gewählt? Welche Wirkung erzeugen Farbe, Struktur und Material? Und wie verändert sich die Wahrnehmung eines Selbstporträts, wenn nicht Ähnlichkeit, sondern Ausdruck, Erinnerung und Materialität im Mittelpunkt stehen?
Durch die Präsentation werden die Arbeiten schließlich aus dem Arbeitsprozess herausgelöst und als eigenständige künstlerische Bildobjekte erfahrbar. Das Selbstporträt erscheint nun nicht mehr als fotografische Wiedergabe einer Person, sondern als verdichtete Auseinandersetzung mit Identität, Wahrnehmung und persönlicher Erfahrung.
Die abschließende Reflexion bildet den Schlusspunkt der Unterrichtseinheit. Sie ermöglicht den Schüler*innen, den eigenen Gestaltungsprozess bewusst nachzuvollziehen und zentrale Entscheidungen zu reflektieren.
Die Selbsteinschätzung richtet den Blick dabei nicht ausschließlich auf das fertige Produkt, sondern bezieht auch den Arbeitsprozess mit ein. Auf diese Weise werden sowohl gestalterische Ergebnisse als auch individuelle Arbeitsweisen sichtbar.
Die folgenden Kriterien können als Grundlage für die Selbstreflexion dienen und zugleich zur transparenten Leistungsbewertung herangezogen werden. Sie orientieren sich an den zentralen Zielsetzungen der Unterrichtseinheit und machen nachvollziehbar, worauf es bei der Entwicklung und Umsetzung eines expressiven Selbstporträts in der Kinusaiga-Technik ankommt.
MÖGLICHE KRITERIEN
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Über den Autor
Simon
Simon ist Kunstlehrer an einer Realschule in Baden-Württemberg. In seinem Klassenzimmer bemüht er sich, seinen Schülern authentische und aussagekräftige Erfahrungen zu bieten, die Imagination, Kreativität und Zusammenarbeit fördern und die Kinder und Jugendliche dazu herausfordern, Fähigkeiten zur Problemlösung und zum kritischen Denken zu entwickeln. Er versucht seinen Schülern einen sicheren Ort zu bieten, an dem sie sich frei ausdrücken und durch persönliches Erproben wachsen können.
















































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